Bildungsstreik / Casino Räumung

Die Gruppe Unlike erklärt sich solidarisch mit den Besetzer_innen des Casinos am IG-Farben Campus, den Aktivist_innen des Bildungsstreiks und den Aktiven des Protestplenums. Wir unterstützen die Forderungen zum Rücktritt des Präsidenten der Goethe-Uni und der Rücknahme der Strafanzeigen! Darüber hinaus rufen wir alle Studierende, Dozierende und Angestellte der Universität Frankfurt auf, solidarisch für eine bessere, demokratischere und offenere Uni zu kämpfen.
Der vom Präsidium forcierte Diskurs über „Vandalismus“ ist ein billiger Versuch die Aktivist_innen des Bildungsstreiks in „gute Studis“ und „böse Randalierer“ zu spalten. Für die erste Gruppe heuchelt der Präsident „Verständnis“. Tatsächlich benutzt er die studentischen Proteste dort, wo es ihm nützt, nicht einmal hat er sich zu den Forderungen des Bildungsstreiks, die in seinen Kompetenzbereich fallen (wie etwa eine Reformierung von Studiengängen), geäußert. Stattdessen stört ihn ein bisschen Farbe an der Wand mehr, so dass er friedlichen Besetzer_innen statt einer Verhandlungsdelegation lieber die Schlägertrupps der Frankfurter Polizei schickt. Einer Behörde von der er wissen muss, dass sie in der Vergangenheit mehrfach gegenüber Studierenden und anderen Menschen nicht zimperlich war (erinnert sei hier nur an die Stürmung des Café KOZ im Jahre 2006, sowie die gewaltsame Auflösung der Nachtanzdemo 2008). Deshalb trägt er die Verantwortung für jede_n Verletzte_n der vergangenen Woche. Ein Präsident dem weiße, sterile Wände wichtiger sind als die Gesundheit von Studierenden ist Fehl am Platze!
Für uns ist auch das Bemalen von Wänden eine Form des politischen Protests. Studentischer Protest der sich gegen die Verschulung des Studiums und die Entdemokratisierung der Hochschule wendet, muss sich auch mit ihrer räumlichen Dimension auseinandersetzen. Der IG Farben Campus ist Herrschaftsarchitektur, die Menschen schon baulich zu verlorenen und vereinzelten Wesen degradiert. In so einer Umgebung ist der Platz für solidarische Organisierung versperrt. Deshalb ist das Bemalen von Wänden, als ein Versuch die Tristesse des IG Farben Campus aufzubrechen, eine politische Aktion!

Wir fordern:
- Rücktritt des Präsidiums!
- Rücknahme der Strafanzeigen!
- Die sofortige Bereitstellung eines Studierendenhauses am IG Farben Campus, dass ein Äquivalent zu dem in Bockenheim darstellt!
- Die Abschaffung von Überwachungsmaßnahmen auf dem Campus (Kameras, Security) sowie im Studium (Anwesenheitslisten, intelligente Prüfungssoftware)
- die Abschaffung der Stiftungsuni zugunsten einer demokratischen, offenen Uni mit Mitspracherecht und Zugang für Alle – ohne Zäune und Module!
- Den Rückbau des House of Finance und die Schaffung eines Lehrstuhls „Kritik der politischen Ökonomie“.
- Tarifverträge für alle Angestellten! Vernünftige Entlohnung für Alle! Keine Ausgliederungen von „Servicepersonal“
- Einen Weihnachtspräsentkorb des Präsidenten für jede_n Studierende_n bestehend aus: Farbe (rot und schwarz), Pinsel, schwarzem Halstuch, sowie einem handgeschriebenen, persönlichen Entschuldigungs- und Rücktrittsschreiben des Präsidenten!

Für bunte Wände und die Umstrukturierung der Uni von unten!!